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  Das Bienz - Gut
  Ortsgeschichte

  

 
Die Ortsgeschichte von Bümpliz

Das Bienzgut ist an den geschichtsträchtigen Hügel angelehnt, auf dem heute die reformierte Kirche Bümpliz steht. Nicht unweit davon wurden an der Morgenstrasse latènezeitliche Skelettgräber mit Beigaben gefunden, ua. ein goldener Spiralfingerring, Bernsteinperlen, Fibeln und Glasarmringe. Auch die Gräberfelder der Völkerwanderungszeit in Bethlehem weisen das Gebiet als frühgeschichtliches Siedlungszentrum aus.

Foto Bernisches Historisches Museum


 

Im 1.-3. Jh. n.Chr. entstand um den Kirchhügel ein ausgedehnter römischer Gutshof. Davon zeugen Fundstellen auf einer Fläche von ca. 200 x 300 Meter. In Niederwangen wurden Reste einer römischen Strasse (Verbindung von Aventicum Richtung Aaretal ?) gefunden. Auf dem Kirchhügel, wo heute die reformierte Kirche Bümpliz steht, ist seit der Römerzeit die christliche Besiedlung nachgeweisen. Zum Beispiel mit dem christlichen Mausoleum in der östlichen Kirchenmauer um 250 n. Chr.. 1228 wurde erstmals die Mauritiuskirche schriftlich erwähnt (Holzkirche 7.-9. Jh., Bauten des 10.-11. und 13.-14. Jh., Neubau 1666 nach Brand, Umbauten v.a. im 20. Jh.). Kaiser Friedrich II. schenkte der Deutschordenskommende Köniz 1235 den Kirchensatz.

> Plan der archäologischen Ausgrabungen im Bienzgut ...




An der Baumgartenstrasse beim Bienzgut wurde eine Handwerkerausrüstung eines römischen Zimmermanns gefunden. In der Bibliothek ist die Grundmauer eines mehrstöckigen römischen Hauses zu sehen (unter Glas). In der Hofstatt und bei der Kirche liegen knapp unter der Grasnarbe die Fundamente mehrerer römischer Gebäude mit Hypokaust-Heizungen. Leider sind die Mosaike des Warmwasserbades bei der Kirche im Mittelalter teilweise zerstört worden.  

Im frühen Mittelalter regierten dort wo heute das Alte Schloss Bümpliz steht die hochburgundischen Könige. Ausgrabungsfunde bezeugen eine hölzerne Wehranlage aus dem 9.-10. Jh. Es war ein Zentrum eines Herrschaftsgebiets von unbekannter Ausdehnung zwischen Aare, Sense und Saane, vermutlich in der Obhut eines Statthalters.

Der Überlieferung nach residierte um 900 n.Chr. die sagenumwobene Königin Bertha (906 963) zeitweise im Schloss Bümpliz. Bertha, die Wittwe Rudolfs II. von Burgund regierte von 922 bis 937 das Königreich Hochburgund, zu welchem ein grosser Teil der heutigen Romandie zählte. Königin Bertha ist schriftlich überliefert die Stifterin der Kirche zu Köniz. Daraus wäre zu schliessen, dass sie bei diesem Anlass auf ihrem Schloss in Bümpliz residierte. Links das in Lausanne aufbewahrte Siegel der Königin Bertha .
 


Ab 1258-1330 gehörte der Ort den Herren von Bümpliz , danach der Freiburger Schultheissenfamilie von Maggenberg . Diese verkaufte Bümpliz 1345 der Kommende Köniz. Ab 1359 waren die Familien von Krauchthal , ab 1481 die von Erlach , nach 1650 die Tillier , 1738 die Tschiffeli , später die Stürler , die Lombach und die Graffenried Inhaber von Burg und Herrschaft Bümpliz mit ursprünglich zwei Gerichten (Hof- und unteres Gericht). Die Twingherrschaft, vom Spätmittelalter an ungefähr in den Grenzen der späteren Gemeinde Bümpliz, unterstand bis 1798 hochgerichtlich dem Stadtgericht Bern (Richtstätte Galgenbühl bei Brünnen), militärisch dem Landgericht Sternenberg.

Nach der Abdankung der Herren von Bern wurde Bümpliz Teil eines helvetischen Distriktes, ab 1803 Oberamt Bern. Am 1. Mai 1800 fand unter der Herrschaft der französischen Besetzungsmacht die erste demokratische Gemeindever- sammlung in Bümpliz statt.

Bis 1919 eine eigenständige Gemeinde Bümpliz

Ab 1834 bis 1919 bestand eine eigenständige Gemeinde Bümpliz. 1919 wurde Bümpliz als "verarmt" von der Stadt Bern eingemeindet. Die Bümplizer Gemeindebürger (kein Frauenstimmrecht) stimmten mit 631 Ja gegen 17 Nein dem Eingemeindungsvertrag zu. 1919 entstanden die ersten Gemeindewohnungen im neuen Stadtteil. 1958-65 wurde die erste Grossüberbauung, das Tscharnergut, realisiert. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich rasant: 1850 2'112; 1900 3'323; 1910 5'286; 1930 7'888; 1950 15'509; 1980 35'615; 1990 33'509 und 2005 32'000 Einwohner. Sie wohnen in 16'000 Wohnungen, knapp die Hälfte davon in Grossiedlungen. Heute sind im Stadtteil VI 16'000 Arbeitsplätze registriert.

Bethlehem

Der Ursprung des Namens "Bethlehem" für eine Ortsbezeichnung bei Bern geht auf das Mittelalter zurück. Das nahe gelegene Kloster des Deutschritterordens in Köniz hatte vermutlich in dieser Gegend einen Prozessionsweg errichtet. An die Stationen dieses Weges erinnern neben "Bethlehem" auch "Jorden" im Eichholzwald und "Jerusalem" beim Rehhaghölzli. Letztere Ortsbezeichnung ist allerdings nur noch auf alten Karten zu finden. Der Name "Bethlehem" übertrug sich auf den dortigen Weiler und die daraus entwickelnde Dorfschaft in der Gemeinde Bümpliz. Vor 1900 bestand die Siedlung Bethlehem aus drei grossen Bauerngütern, einigen Einzelhäusern, zwei Wirtschaften, einer Schmiede und einer Sägerei.

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